Garnison Amstetten - Dragonerregiment15

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Garnison Amstetten

Historie
Oberstleutnant
Halbartschlager Rudolf
Kommandant der Ostarrichi Kaserne  
Die Ostarrichi-Kaserne

Im November 1977 wurde durch den Bürgermeister der Stadt Amstetten schriftlich die Bitte an das BMLV gerichtet, die in Planung befindliche Bundesheerkaserne auf einem zum Verkauf stehenden Areal der Katastralgemeinde Schönbichl zu errichten.

Aufgrund der guten Infrastruktur der Stadt sowie dem sehr positivem Echo aus der Bevölkerung wurde am 12. Juli 1978 vom Bund der Kaufvertrag über die 17,24 ha große Liegenschaft unterzeichnet.

Die Planung wurde vom Architektenbüro Swienty - Pontiller nach dem bereits erprobten Beispiel der Kaserne St. Michael durchgeführt.
Die Kaserne umfasst 1 Kommandogebäude,1 Wirtschaftsgebäude, 6 kreuzförmige Kompaniegebäude sowie 2 Garagen - und Lagerkomplexe.
Weiters stehen dem JgB12 ein eigener überdachter Schiessplatz sowie zwei ständige Übungsflächen (Garnisonsübungsplatz (GÜPl) Amstetten, GÜPl Hengstberg) zur Verfügung.

Der Spatenstich erfolgte im Herbst 1979 und im Februar 1982 hielten die ersten Soldaten Einzug. Parallel dazu wurden in Allersdorf unweit der Kaserne für die Familien des Kaders 4 Wohnhäuser mit 28 Wohnungen errichtet, die ab Frühjahr 1982 bezugsfertig waren.

Die Benennung der Kaserne unweit der Ostarrichi-Gedenkstätte in der Keimzelle Österreichs in Neuhofen/Ybbs in "Ostarrichi-Kaserne" am 21. April 1981 ist das äußere Zeichen der tiefen Verbundenheit mit Österreich und seiner Geschichte.

Insgesamt war das Bauvorhaben der Kaserne das größte, welches in der Geschichte der Stadt Amstetten je durchgeführt worden war.

                                                                                                                                                                                              

Die Chronik der Garnison Amstetten

Die Bestrebungen der Gemeinde Amstetten, Garnisonsstadt zu werden, reichen schon in die Zeit der Monarchie zurück. Allerdings waren diese Bemühungen von wenig Erfolg gezeichnet, da es innerösterreichisch nach damaliger Beurteilung ausreichend Garnisonen gab und die Neuerrichtung sich auf strategisch wichtige Grenzgebiete der Monarchie beschränkte.

Die Stadt wurde im Zuge des 1. Weltkrieges erstmals Garnison als 1916 eine starke Ersatzkompanie des Landwehr - Inf. Regimentes Nr. 25 Quartier bezog, und im Bereich der alten Rennbahn Ausbildung betrieb. Nach ca. eineinhalb Jahren war durch Verlegung dieser Kompanie die Garnisonierung wieder beendet. Weiters wurde in dieser Zeit in den Jahren 1915 - 1918 in Hart, ostwärts von Amstetten ein Kriegsgefangenenlager für ca. 20.000 russische, italienische, serbische, rumänische und montenegrinische Kriegsgefangene betrieben.
Der vom österreichischer Kameradschaftsbund 1980 revitalisierte Lagerfriedhof erinnert noch heute daran.

In der Zwischenzeit kam es unmittelbar nach dem Krieg zur Bildung eines "Volkswehrbataillons" in Amstetten, das jedoch bald zur Grenzsicherung nach Marchegg verlegt wurde und im Hinblick auf die Friedensbestimmungen von St. Germain in weiterer Folge aufgelöst wurde. Mit Ausnahme der Bildung kleiner Formationen von sogenannten "Frontmilizen" (1936) gab es bis 1938 keine militärischen Einrichtungen in Amstetten.
Nach dem "Anschluss" 1938 wurde Amstetten wieder Garnisonsstadt. Die deutsche Heeresverwaltung errichtete 2 Barackenlager, sowie 6 Offiziers - und Unteroffizierswohnhäuser. Während des 2.Weltkrieges waren in der Stadt folgende Einheiten stationiert:
. Schwere Artillerieabteilung III/AR109
. Landesschützen Bataillon XI/Wehrkreis XVII
. Grenadier Ersatzbataillon II/130
. Artillerie Ersatz- und Ausbildungsabteilung 109
Weiters war Amstetten Sitz eines Teiles des Auffangstabes der Wiener 44. Infanteriedivision (Stalingrad) sowie Durchzugslinie für unzählige Einheiten von und zu den Fronten.
Am 8. Mai 1945 als nach letzten vereinzelten Kampfhandlungen amerikanische Panzerspähwagen am Hauptplatz eingetroffen waren und eine Hundertschaft von neugierigen Zivilpersonen zur Betrachtung eingetroffen waren, setzte ein russischer Tieffliegerangriff auf diese Menschenschar, mit Verlusten sowohl auf Seiten der Amstettner Bevölkerung als auch auf amerikanischer Seite diesem unrühmlichen Kapitel Österreichischer Geschichte ein Ende.

Nach dem Staatsvertrag kam es erneut zu Bemühungen um die Gründung einer Garnison. Allerdings vorerst vergeblich.
1968 kam es zur Bildung der ersten Milizeinheit - der Sicherungskompanie Haag.
1969 zur Gründung des Sicherungsbataillons Amstetten, in weiterer Folge als Landwehrbataillon III/123 bezeichnet. Als in den Siebzigern das Raumverteidigungskonzept Formen annahm, wurde 1978 der Bau der Kaserne im Bereich des Gutes Leithen südlich des Stadtkernes beschlossen.

Bereits im April 1982 konnte der erste Einrückungstermin des neu gegründeten Landwehrschützenregiment 35 in die, aufgrund der nahe gelegenen Geburtsstätte Österreichs so benannte, Ostarrichi-Kaserne einrücken.
In den folgenden Jahren wurden durch das Landwehrstammregiment (LWSR) 35 alle im Raumverteidigungskonzept vorgesehenen Maßnahmen in der so wichtigen Schlüsselzone 35 (Amstetten - Ybbs, Donau -, Ybbs -, Erlauftal) vorbereitet.

Sowohl die Ausbildung der nötigen Milizverbände als auch das Betreiben und Beüben der Sperrstellungen wurde intensiv und effizient durchgeführt.

Mit Ende des kalten Krieges fiel auch das Raumverteidigungskonzept, das LWSR 35 verlor an Bedeutung und wurde 1994 in das Stabsbataillon übergeführt und der 3. Jägerbrigade (Jägerregiment 3 Korneuburg) unterstellt.
Im Zuge der Heeresgliederung neu - Strukturanpassung wurde am 1. April 1999 aus dem Stabsbataillon 3 (StbB3) das JgB12 unter dem Kommando der 1. Jägerbrigade in Eisenstadt.
In dieser Phase unterwarf sich die Garnison Amstetten dem Wandel der Zeit.
Aus einem eher territorial agierendem Verband, wurde ein moderner, flexibel einsetzbarer Einsatzverband mit der Fähigkeit zur multinationalen Kooperation.
Als bisher letzten Schritt in der Entwicklung der Garnison Amstetten wurde das Jägerbataillon 12 am 1. Oktober 2005 im Rahmen des Management 2010 nach Auflösung der 1. Jägerbrigade der 4. Panzergrenadierbrigade mit Sitz in Linz-Ebelsberg unterstellt.

Quelle: JgB 12
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